OZ Artikel „Auszeit für Kinder und Eltern“

OZ Artikel „Auszeit für Kinder und Eltern“ vom 03.05.06

Elf Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 20 leben in der Wohngruppe des ASB in Kröpelin. Es ist ein vorübergehendes Zuhause.

Kröpelin Etwas am Stadtrand und mitten im Grünen liegt die ASB-Wohnstätte. Elf Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 20 Jahren wohnen derzeit hier.

„Kinder, die Probleme mit ihren Eltern haben, Kinder mit seelischen oder Essstörungen haben hier ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Sie kommen aus allen Schichten“, sagt Erzieherin Regina Rieß. Die Elternarbeit sei das A und O, macht sie klar. Die Erzieher sehen sich als Vermittler, Berater, Schlichter und betreiben Fürsorge.

„Die Auszeit für Kinder und Eltern ist gar nicht so verkehrt“, sagt Regina Rieß. „So kommen beide Seiten einmal zur Ruhe.“ Zu Anfang, wenn die Kinder hierher kommen, haben die Mitarbeiter mit den Eltern mehr zu tun als mit den Kindern. Mit den Eltern sei die Arbeit dann oft auch schwerer. „Mancher Weg ist lang, viele kleine und größere Steine müssen aus dem Weg geräumt werden“, so die Erzieherin. Doch zu 95 Prozent würde es gelingen. So wird einem Mädchen mit Bulimie geholfen. Sie kann zur Kur fahren und hat in der Wohngruppe bereits gute Fortschritte gemacht.

Die Mädchen und Jungen besuchen von hier aus die Schulen ihrer Heimatorte. Sie werden nicht aus ihren Klassenverbänden herausgenommen. Auch das ist wichtig.

„Wir sind hier fünf starke Frauen“, sagt Regina Rieß. Mit ihr kümmern sich Team-Leiterin Martina Zybarth, Stellvertreterin Daniela Garbe, Doreen Bernhardt und Hausmutter Sieglinde Schröder um die Mädchen und Jungen. Unterstützt von Hausmeister Virgil Hameister. Auch ein Psychologe steht zur Seite. Sie alle sorgen für eine familiäre Atmosphäre in dem Haus.

Am 21. Juli 1999 zog die Wohngruppe der gemeinnützigen Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes in das jetzige Domizil, nachdem sich die Wohnstätte in Rerik aufgelöst hatte. Das Haus in der Kühlungsborner Chaussee existiert bereits seit 1951, soll als Töpferei für Lehrlinge gebaut worden sein und ist seit 1953 Kinderheim gewesen.

„Auch deshalb möchten wir es gerne erhalten“, so Erzieherin Rieß. Doch dabei sind sie auf Unterstützung und Spenden angewiesen. Eine ordentliche Finanzspritze durch verschiedene Sponsoren gab es Ende des vergangenen Jahres. Und davon konnten nicht nur Waschmaschine, Computer oder gar Möbel und Auslegeware gekauft, sondern jetzt auch die Räume frisch gestrichen werden. Es riecht noch nach Farbe. Und sehr hilfreich war, dass Lehrlinge des Internationalen Bundes im Rahmen eines Projektes die Malerarbeiten ausführten. „Für sie haben wir bereits ein Essen spendiert“, sagt Regina Rieß. Stolz zeigt sie die Räumlichkeiten. Im Haupthaus wohnen oben die Mädchen, unten die Kleinen und die Jungs. Ein Saal dient Elternversammlungen oder Feierlichkeiten. Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer. Treffpunkt ist die Küche. Ein Sportraum und ein Kreativraum im Keller sowie ein großes Außengelände lassen viele Freizeitmöglichkeiten zu. Im Nebengebäude ist das Betreute Wohnen, in dem die Älteren leben und sich selbst versorgen.

Dass alles in dem Haus so schön geworden ist, dafür sind die ASB-Mitarbeiter den Sponsoren sehr dankbar. Am 13. Juni wollen sie sich bei ihnen bedanken – mit einem Frühstück. Doch sie werden weiterhin auf Spenden angewiesen sein. „Das Mädchenbad muss saniert werden“, sagt Regina Rieß, die bereits seit 1978 in der Heimerziehung tätig ist. Lobend erwähnt sie die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis-Jugendamt und der Stadt Kröpelin.

RENATE PETER

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thomas Gutteck

Betreiber und Autor der meisten Artikel auf Kroepeliner.de. Lebt seit über 36 Jahren in Kröpelin, inzwischen als Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Kröpelin tätig. Mein Ziel ist es gemeinsam Kröpelin weiter zu entwickeln.

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