Kröpeliner Orginale

Kröpeliner Originale.
Wer kannte sie nicht, die Kröpeliner Originale, unsere Ikonen der Gesellschaft. Manche waren Persönlichkeiten, manche einfach nur Personen die jeder kannte durch Ihre komischen Angewohnheiten, guten oder schlechten Ruf, oder einfach nur weil sie etwas daneben waren.
Da gab es den „Buergermeister von Schmadebeck“, ich glaub der hieß Eckie oder Eckhart. Immer im Anzug, wilde, weisse haare, zuckende Achseln, grinsend und etwas daneben. Er war natürlich völlig ungefährlich wie wir wussten. Nur unsere Sächsischen Mitbürger wussten dies nicht und flüchteten in Scharen wo auch immer er sie ansprach.
Dann gab es Manni Stiller, unser einziger, auf eigenen Wunsch, Obdachloser in der Stadt. Zu finden war er im Lindenhof, Bahnhof und sonstigen Kneipen. Oft lag er vollgelaufen, hart wie ein Bimmeleisen irgendwo in der Stadt. Er soll sogar mal in einem Müllcontainer geschlafen haben. Als jemand den Deckel öffnete um den Mülleimer zu lehren soll er aus dem zweiten Deckel gekommen sein und gefragt haben „wie spät ist es??“ Die gute Dame mit dem Mülleimer schmiss alles weg und rannte schreiend…. Er hatte zwar eine Bleibe von der Stadt bekommen, darin soll es aber wüst gewesen sein, und geregnet und geschneit hat’s dort auch.
Es gab den „Dicken Boot“, der Gastwirt des Gesellschaftshauses. Eigentlich ein netter, ruhiger Mann der eben ein bisschen dicker war wie der Rest der Stadt. Niemand sagte „Wir gehen ins Gesellschaftshaus“ wir gingen immer „zum Dicken Boot“ was in keiner weise abwertend war. Seine Frau und alle seine Kinder waren dünn und schlank und niemand machte Witze über sein aussehen da es nicht vom übermässigen Essen war. Die Frau von Rudi konnte kochen wie ein Weltmeister, ihre Ente mit Rotkohl war einmalig und ist nie und bei niemandem übertroffen worden.
Und so gibt es noch viel mehr Leute und Geschichten. Die Postfrau, Bauer Lindemann wie wir sie nannten, wusste alles, kannte alle und brachte die Post täglich bei Wind und Wetter. Wer keine Zeitung las, fragte Bauer Lindemann einfach was los geht. Bereitwillig wurden wahre und erfundene Geschichten weitergeleitet und erklärt. Schon als Kinder gebrauchten wir diese art Dienstleistung. Woher wollte man sonst wissen wieso es bei Dedo gebrannt hat, warum der „halb elfer“ bei Detershagen eine Auto zerlegt hat und warum Schlachter Werner in der Lindenstrasse Fisch verkauft.
Auch die Dallermaenner kannte jeder, die Gebrüder Dallmann, die mit niemandem sprachen, immer in den selben Klamotten rumm rannten und die man nie alleine oder ohne Mütze sah. Zu finden waren die auch immer im Lindenhof, in der Einheit oder auf dem Bahnhof.
Ach Gott ja, und die Katzenmutter mit ihren tausend Taschen und den 2 Kötern die sie über den Markt schleifte. Woher die kam und wohin die ging wusste auch keiner, die war eben einfach da.
Den damaligen Buergermeister kannte auch jeder unter dem Namen „Kaiser Franz“, der ABV nannte sich „der Sheriff“ und die Straßenmeisterei war als „Flick-Konzern“ bekannt.

Grüsse,
Tante Frieda

Diesen netten Beitrag habe ich von einer ehemaligen Kröpelinerin erhalten die es in die weite weite Welt verschlagen hat.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thomas Gutteck

Betreiber und Autor der meisten Artikel auf Kroepeliner.de. Lebt seit über 36 Jahren in Kröpelin, inzwischen als Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Kröpelin tätig. Mein Ziel ist es gemeinsam Kröpelin weiter zu entwickeln.

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