Mehrgenerationenhaus

Unser Kulturausschuss hat sich ja schon eindeutig gegen ein Mehrgenerationenhaus in der Mühle ausgesprochen. Das Theme Mühle steht auch heute Abend wieder auf der Tagesordnung der Stadtvertretung. Ich habe mich ja auch schon gegen ein solches Haus positioniert und die aus folgenden Gründen. Das Folgeprogramm des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) namens Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II, sieht die Förderung von 450 Häusern in Deutschland vor. Bei der Förderung ist eine flächendeckende Verteilung der Mehrgenerationenhäuser wichtig, das heißt ein Mehrgenerationenhaus pro Landkreis und pro kreisfreier Stadt. Dies geht rechnerisch nicht auf, da wir 301 Landkreise und 111 kreisfreie Städte in Deutschland haben. Zusätzliche Standorte für solche Häuser wären in Großstädten, Metropolenregionen und Flächenkreisen. Bad Doberan kann man hierbei zwar als Flächenkreis ansehen, aber wird auch dort so gesehen?
Für dieses Aktionsprogramm sind zwar neue Häuser zugelassen, aber wenn man davon ausgeht, das die alten auch wieder Mittel daraus beantragen ist das ein sehr hoher Konkurrenzkampf und man sollte drüber nachdenken, ob wohl eher bestehende Projekte „fallen“ gelassen oder neue genehmigt werden.
Jedes dieser Häuser, welches am Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II teilnimmt, muss Kofinanziert werden mit 10.000 Euro pro Jahr, entweder durch das Land oder die Kommune. Ob das Land dies tun wird? Diese Kofinanzierung muss dann für die Jahre 2012 bis 2014 erfolgen. Diese Kofinanzierung kann meiner Ansicht nach nicht durch weitere Förderungen erreicht werden, weil dies eine Doppelförderung darstellen würde. Wir benötigen also Geld, was wir nicht unbedingt haben.
In der letzten Stadtvertretersitzung wurde der Stadtvertretung als Tischvorlage ein Vertrag vorgelegt, mit einem Unternehmen welche die Antragsstellung übernehmen sollte. Dieser Beschluss wurde zurückgestellt, weil keine Dringlichkeit gegeben war und die Stadtvertreter so schnell nicht in der Lage gewesen wären diesen prüfen. Inhaltlich befürworte ich es dies an ein Unternehmen abzugeben, welches die Kompetenzen dazu besitzt. Aber der Vertrag sah natürlich auch eine Zahlung für die Leistung ungeachtet des Erfolges vor. Ganz außer Frage, wenn jemand arbeitet soll diese Leistung auch entlohnt werden. Wenn im schlimmsten Fall nichts dabei raus kommt, dann kann man hier auch nicht mehr von einem unternehmerischen Risiko sprechen. Man sollte hier meiner Meinung nach erfolgsabhängig honorieren.

Der Artikel wurde geschrieben von:

Thomas Gutteck

Betreiber und Autor der meisten Artikel auf Kroepeliner.de. Lebt seit über 36 Jahren in Kröpelin, inzwischen als Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Kröpelin tätig. Mein Ziel ist es gemeinsam Kröpelin weiter zu entwickeln. Profil bei Google +