Wahre Worte – Kommunalwahl

Wenn ich dabei bin ehrlich meine Meinung zu äußern, dann kann ich Thema auch noch anschneiden. Wahrscheinlich fühlen sich durch diesen Beitrag gleich die Falschen angesprochen, aber es fällt mir schwer es nicht so provozierend zu formulieren. Es soll hier kein Rundumschlag sein, weil ich einiges für sehr gut erachte, aber ein paar kritische Gedanken muss ich schon loswerden.
Ich habe in den letzten Wochen an einigen Sitzungen teilgenommen und mich mit sehr vielen Leuten unterhalten bezüglich der Thematik Kommunalwahl und was da so teilweise geäußert wurde, hat mich umgehauen, im positiven als auch negativen Sinne.
Als erstes, Kommunalpolitiker werden zu wollen scheint trendy zu sein, zumindest ist es in Kröpelin ein neuer Trend, wenn man plötzlich um die 50 Kandidaten für die Stadtvertretung hat. Dieser Umstand an sich ist sehr schön, weil nur eine gute Mischung an Stadtvertretern kann uns voranbringen, aber die Motivation dafür ist für mich manchmal fragwürdig. Da wird auf die lokalpolitische Arbeit geschimpft, von Durchsetzung unserer Interessen, frischen Wind (ich hoffe ich habe jetzt alle, nicht das sich einer vergessen fühlt) usw. ist die Rede. Da frag ich mich bloß, wo waren diese Leute denn die letzen 5 Jahre? Wenn es so schlecht ist, warum gibt es den Ruck durch Kröpelin und dessen Ortsteile erst ? Auch als Einwohner kann man sehr viel erreichen! Es gibt Einwohnerfragestunden, man kann die Stadtvertreter ansprechen usw.. Um es bildlich zu sagen, es ist für mich unverständlich sich am Ende hinzustellen und zu sagen der Kuchen schmeckt nicht, wenn man vorher beim Backen der hätte sein können, der die Zutaten reicht und in die Schüssel gibt.
Zweitens, Stadtvertreter sind an Gesetze und Satzungen gebunden, nach denen Sie handeln müssen. Hierbei sei aber gesagt, es gibt natürlich vielfältige Spielräume, die ich teilweise auch nicht ausgenutzt sehe, man muss aber vorsichtig sein ob das Ausnutzen dieser Spielräume nicht auch negativ sein kann.
Drittens, man möge sich doch mal klar werden, dass die Arbeit eines Stadtvertreters Zeit erfordert. Die Beschlussvorlagen, Protokolle usw. sollten auch gelesen, verstanden und kritisch hinterfragt werden. Neben den Sitzungen, sollten auch eigene Gedanken entwickelt und ausgearbeitet werden. Wer das Ausmaß nicht abschätzen kann, sollte sich mal mit einem der jetzigen Stadtvertreter unterhalten und wer nicht weis, was ich mit Beschlussvorlagen verstehen meine, der sollte sich einfach mal den Haushaltsplan plus Beschluss dazu geben lassen. Wer diese Zeit nicht aufbringen kann sollte es lassen, weil untätige unwissende „Ja-Sager“ als Stadtvertreter brauchen wir meiner Meinung nach nicht.
Viertens Stadtvertreter zu sein, bedeute meiner Meinung nach auch für Gesamt – Kröpelin zu denken und nicht für irgendeinen Ortsteil. Wenn irgendwann aufgrund finanzieller Engpässe oder in der allgemeinen Planung die Frage steht, eine Straße dort oder in meinem Ortsteil, dann sollte man sich klar sein, das die Entscheidungsgründe nicht seinen können „Bei mir, weil ich die Interessen vertrete“, sondern eher, wo wird Sie am dringendsten gebraucht, wie erreiche ich den maximalen Nutzen mit dem eingesetzten Kapital und und. Ich weis ich habe das jetzt an Ortsteilen festgemacht, gleiches gilt auch für die Stadt Kröpelin. Nicht das man mich falsch versteht, ich halte es übrigens für wichtig Mitglieder aus den Ortsteilen in der Stadtvertretung zu haben um einen besseren Informationsfluss zu haben. Aber wie gesagt, man möge sie vorher im Klaren sein, das es nicht um Einzelinteressen gehen kann, sondern um die Stadtentwicklung an sich.
Fünftens, wir sind nicht die USA, wir können nicht einfach Geld drucken. Kröpelin ist finanziell solide aufgestellt, dank der guten Arbeit der letzten Jahre, aber auch wir können nicht alles verwirklichen, weil wir das Geld nicht haben. Bei allen Wünschen, Ideen und Plänen, sollte man die Finanzierbarkeit nicht vergessen und man möge sich plötzlich nicht wundern, das wenn etwas für gut befunden wurde, es aber plötzlich erst in 3 Jahren Realität wird, weil vorher lassen es die finanziellen Mittel nicht zu. Für wenn ich hier böhmische Wälder aufzeige, der möge ich sich mal mit Einwohner aus Klein Nienhagen unterhalten, die Umpflasterung der Dorfstraße war schon zu Zeiten der Existenz der Gemeinde Altenhagen vor 5 Jahren ein lang diskutiertes Thema und ist immer noch nicht Realität.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thomas Gutteck

Betreiber und Autor der meisten Artikel auf Kroepeliner.de. Lebt seit über 36 Jahren in Kröpelin, inzwischen als Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Kröpelin tätig. Mein Ziel ist es gemeinsam Kröpelin weiter zu entwickeln.

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