Politik erlebbar machen

Gerade nach der schlechten Wahlbeteiligung und den kritischen Stimmen auf den zahlreichen Wahlveranstaltungen, habe ich deutlich festgestellt, das die Bürger nicht wissen bzw unzureichend wissen, was hier lokal politisch passiert. Sie sind größtenteils unzureichend über Tatsachen und Beweggründe informiert. Das stellt sich doch die Frage nach dem warum?
Ich höre jetzt zwar förmlich die Worte mancher, das ja jeder zu den Stadtvertretersitzungen hingehen kann, aber das dies nicht klappt, wissen wir ja alle aus eigener Erfahrung. Selbst ich habe es in den letzten Jahren nur 1 oder 2 mal in die Sitzung geschafft, nicht aus Interessenmangel sondern aus persönlichen terminlichen Gründen.
Nun stellt sich die Frage, wie beseitigt man nun dieses Informationsdefizit. Man kann sicher den Kopf in den Sand stecken und sagen der Bürger kann ja da hingehen, aber das löst ja nicht das eigentliche Problem. Ich denke schon das Interesse der Bürger ist da, doch es ist schwer freiwilligen Interessen zu folgen, wenn diese Zwängen unterliegen, das geht in einer modernen und vor allem dynamischen Gesellschaft nicht mehr. Vielmehr sollte man darüber nachdenken wie es in vielen anderen Gemeinden schon der Fall ist, erlebbar zu machen. Es soll auch außerhalb des Zwanges dieser Sitzung für den „Normalsterblichen – Nicht – Stadtvertreter“ möglich sein zu wissen, worüber wurde gesprochen, was und warum wurde entschieden. Ich möchte wissen, was hat der Stadtvertreter dem ich bei der Wahl mein Vertrauen geschenkt habe, entschieden und ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war? Ich möchte wissen ob es sich überhaupt lohnt manche Personen zu wählen, ob diese sich einbringen oder dort nur wegen der Aufwandsentschädigung sitzen.
Bevor jetzt wieder Anrufe von irgendwelchen selbsternannten Politikexperten kriege, dies ist kein Angriff auf irgendwelche Personen. Vielmehr ist dies ja im Sinne der Stadtvertreter die dort ihre gute Arbeit leisten.
Dies ist nur ein kleiner Ansatz für dieses Problem, aber um es mal besser verständlich zu machen, heute Abend ist die 27. Stadtvertretersitzung, auf der Tagesordnung stehen im öffentlichen Teil 12 zu fällende Beschlüsse. Ich bin mal sehr gespannt, wer morgen oder am Wochenende als Bürger über die Entscheidungen Auskunft geben kann, ich denke es werden die wenigsten sein. Vielleicht hingt dieser Gedanken ein bisschen, weil die OZ eventuell darüber schreiben wird, aber wohlgemerkt nicht alle lesen die OZ.
Spannend ist übrigens, das bei der Tagesordnung, welche ja schon seit mindestens 17. April veröffentlicht ist, bei einigen Beschlüssen Tischvorlage steht. Der Sinn einer Tischvorlage besteht darin, aktuelle Sachen zeitnah zu beschliessen, wenn diese halt vorher nicht bekannt waren, wenn eingeladen wird zu Sitzung. Aber wenn man bei der Einladung schon weiß was beschlossen werden soll, muss man dies doch nicht als Tischvorlage abhandeln.

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Der Artikel wurde geschrieben von:

Thomas Gutteck

Betreiber und Autor der meisten Artikel auf Kroepeliner.de. Lebt seit über 36 Jahren in Kröpelin, inzwischen als Hauptamtsleiter in der Stadtverwaltung Kröpelin tätig. Mein Ziel ist es gemeinsam Kröpelin weiter zu entwickeln.

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